Im Gespräch: Wolfgang Clement (l.) und Daniel Bahr beim Forum Liberal. [Foto: Ulf König]
Beim sechsten „Forum Liberal“, an einem wolkenlosen Donnerstagabend (15. April), zeigte sich Wolfgang Clement, ehemaliger Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, von seiner sonnigen Seite. Unter dem Motto „Deutschland braucht Reformen“ kommentierte er gut aufgelegt und zuweilen selbstironisch Themen wie Staatsverschuldung, Koalitionsgebaren oder Bildungspolitik.
Der einstige „Super-Minister“ für Wirtschaft und Arbeit ist bekannt dafür, selten ein Blatt vor den Mund zu nehmen – so auch im Gespräch mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Daniel Bahr in der Villa Rico: „Ich bin gegen einen Atomausstieg“, stellte er klar. Der Müll sei bereits da, ob die Kraftwerke 20 Jahre früher oder später abgestellt würden, da sei für ihn kein Unterschied. „Solar- und Windenergie sind ökonomisch äußerst bedenklich“, unterstrich Clement seinen Standpunkt.
„Technologiefeindliches Klima“
Was sich an der Mittelmeerküste oder in der Sahara lohne, sei in Unterbayern nicht zu bezahlen – „zu wenig Sonnenstunden“, meinte der ehemalige Politiker. Die „Schuld“ an derartigen Initiativen sowie am „technologiefeindlichen Klima“ in Deutschland sieht er bei den Grünen – und rät deshalb strickt von einer Koalition mit Claudia Roths Partei ab. „Asien ist uns da um Längen voraus – aber Energie, Informatik und Bildung, das sind die Zukunftsbranchen.“
Belastete Staatsverschuldung
Als Bahr ihn fragte, was er über die Finanzkrise denke, antwortet der ehemalige Parlamentarier: „Die drohende Kernschmelze der Banken ist überstanden, aber das ging zu Lasten der Staatsverschuldung.“ Nachhaltig gelöst sei das Problem also noch nicht, das konnte der Zuhörer aus dem Interview mitnehmen. Clements Fazit: „Wenn wir den Generationen nach uns die Chancen bieten wollen, die wir auch hatten, dann dürfen wir uns politisch nicht blockieren.“
Ulf König