Voller Tatendrang: Die Vorständler des Fördervereins Bürgerbad Süd. [Foto: Clauser]
Entmutigt durch das im vorigen Jahr gescheiterte Bürgerbegehren zum Erhalt des Südbads? Für den Förderverein „Bürgerbad Münster-Süd“ kein Thema. Die Truppe um Wolfgang Wiemers schwimmt wieder oben, schmiedet neue Pläne für ein Bad am Inselbogen.
Dort soll dem Vernehmen nach im Januar der Abrissbagger anrollen. Danach möchte die Stadt das Grundstück für Wohnbebauung nutzen. Der Förderverein führt indessen anderes im Schilde. Wiemers pocht auf den genau zwei Jahre alten Ratsbeschluss, der zwar die Schließung des Südbads, aber auch die Unterstützung von neuen Trägern vorsieht.
Grundstück anvisiert
Der Verein Bürgerbad zielt jetzt auf das frei werdende Areal. Dort soll nach seiner Vorstellung ein neues Bad entstehen. Und zwar eins mit 50 Meter-Becken, das vorrangig dem Schul-, Vereins- und Individualsport dient.
Rund fünf Millionen Euro, so schätzen Wiemers und seine Mitstreiter, würde das Vorhaben kosten. Erste Pläne hat das münstersche Architekturbüro Archplan bereits angefertigt.
Neubau nach Passivhausstandard
Das Besondere dabei: Nachgedacht wird über einen Neubau als Solaranlage nach Passivhaus-Standard. Ein derartiges Projekt hätte europaweit Modellcharakter und würde sich zur Förderung empfehlen, wie die Vereinsvorstandsmitglieder betonen. Den Löwenanteil der Bau- und Betriebskosten müssten aber die Münsteraner selbst stemmen. Und um das zu schaffen, will der Förderverein jetzt eine Genossenschaft aus der Taufe heben. Die Formulierung einer Satzung ist bereits in Arbeit, Beratung bei einem Genossenschaftsverband eingeholt. Bei der Mitgliederversammlung am 24. Januar soll es konkretere Informationen geben.
Initiatoren optimistisch
Die Initiatoren sind zuversichtlich, dass sie angesichts der breiten Unterstützung aus der Bevölkerung ihre ehrgeizigen Ziele erreichen können. Auch wenn sich die Kommune definitiv nicht an einer Genossenschaftslösung beteiligen wird. 120 Mitglieder zählt allein der Förderverein, über 50 Personen haben sich beizeiten zur aktiven Mitarbeit im Bad gemeldet. Zusätzlich sollen jetzt gezielt Sponsoren gesucht werden.