
Wie man sich bettet, so liegt man: Eva und Martin Jeggle [Foto: Frobusch]
Die Wiege der Firma Jeggle stand in Gremmendorf. Anno 1932 wagte dort Gründungsvater Josef (Foto) den Schritt in die Selbstständigkeit und legte so den Grundstein für ein florierendes Familienunternehmen.
Betten, Matratzen, Gardinen, Polstermöbel – Jeggle sorgte für Wohnlichkeit in vielen münsterschen Haushalten. Er tat dies so erfolgreich, dass bald ein Umzug in die Stadt anstand. Im Lortzing-Saal über dem Café Grotemeyer an der Salzstraße und später ein Stück die Straße hinauf hatte die Fachfirma in den 50-er Jahren ihre zentrale Adresse. Das Sortiment konnte um Teppiche erweitert werden.
Vier Söhne im Geschäft
Das private Glück der Familie waren die Kinder. Sechs an der Zahl, fünf Jungen und ein Mädchen. Jeggle konnte, was die Nachfolge anging, aus dem Vollen schöpfen. Mit Helmut, Josef, Günther und Klaus traten 1949 gleich vier Söhne ins Unternehmen ein, „die sich auch noch gut verstanden“ und fast 40 Jahre unternehmerisch Seite an Seite gingen, erinnert sich der heutige Inhaber Martin Jeggle.
Einkauf in Persien
Es ging weiter bergauf. 1966 zog das Fachgeschäft in das Haus Nummer 36 auf der Salzstraße (heute Lückertz). Mit jedem Umzug erweiterten sich Geschäftsfläche und Sortimente. 1958 reiste Helmut Jeggle das erste Mal nach Persien, um dort handgeknüpfte Teppiche einzukaufen. Zwei Jahrzehnte später platzte das Geschäft wieder aus allen Nähten und die Familie entschied sich zum Umzug in die Ludgeristraße 11-17.
1986 übernahm der heutige Besitzer in der dritten Generation das Haus, das er mit seiner Frau Eva führt. Allerdings nicht mehr in der Ludgeristraße. Als 2000 der Mietvertrag auslief, galt es, eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen. Denn: „Bei unserem Platzbedarf und mit unserem Sortiment lassen sich die Innenstadtmieten nicht mehr erwirtschaften“, so Jeggle im Gespräch mit echo-muenster.
"Richtige Entscheidung"
Es ergab sich die Gelegenheit, im Fachmarkt-Zentrum an der Robert-Bosch-Straße ein neues Lager aufzuschlagen. 2001 wurde dort der knapp 1000 Quadratmeter große Fachmarkt Jeggle „das Bett“ eröffnet. Heute kann sich der Martin Jeggle den Standort Innenstadt nicht mehr vorstellen. „Kunden wollen mit dem Auto vorfahren, zumal sie bei uns oftmals Großartikel kaufen“, kann er auf 600 Parkplätze vor der Tür verweisen. Und die Handelsnachbarn vom Media Markt bis Kölle Zoo tragen ebenfalls zur Kundenfrequenz bei. „Es war die richtige Entscheidung, an die Peripherie zu gehen“, wissen Martin und Eva Jeggle heute.
Ein Mannschaftssport
Die Stammkunden, sie sind ihnen auch im Süden der Stadt treu geblieben. Das Geschäft aber, es hat sich verändert, so Jeggle. „Mehr Service, eine intensive Beratung und das Wissen über das Produkt und um die Bedürfnisse der Kunden“, das ist für den Geschäftsmann der Schlüssel zum Erfolg. Regelmäßige Schulungen helfen, den Anschluss an immer schneller werdende Trendwechsel nicht zu verlieren. Familientradition im Haus Jeggle bedeutet auch, dass alle alles machen von der Auslieferung bis zum Müll wegbringen. Der Chef und seine Frau machen da keine Ausnahme. „Man ist immer nur so gut wie die Mannschaft“, sagt Jeggle, der zwölf Mitarbeiter hat. Und 75-jähriges Bestehen feiert. Bruni Frobusch