
Der richtige Blick fürs Motiv: Für Ferdinand Jendrejewski spielt der künstlerische Aspekt beim Fotografieren die Hauptrolle. [Foto: Jendrejewski]
Ferdinand Jendrejewski ist ein echter Künstler. Allerdings greift er weder zu Pinsel und Staffelei, noch zu Meißel und Marmorblock, wenn er kreativ ist.
Der Wolbecker schnappt sich seinen Fotoapparat, malt mit Licht und Schatten, Farbe und monochrom Bilder von fast überirdischer Schönheit. Mit Erfolg: Der 67-Jährige Amateurfotograf hat an Preisen und Auszeichnungen so ziemlich alles gewonnen, was es überhaupt zu gewinnen gibt – gerade erst hat er den Joachim Dürrich-Preis für den erfolgreichsten Fotografen des Jahres entgegen genommen. Fotosalons in aller Welt sind mittlerweile längst sein zweites Zuhause.
"Spätzünder"
Dabei ist der Jendrejewski, der in Kempen bei Posen geboren wurde, eigentlich ein absoluter „Spätzünder“ in Sachen Fotografie: Erst mit 40 Jahren griff er zum Fotoapparat, um die Welt neu zu entdecken. „Früher habe ich sehr viel Sport getrieben – ich spielte Fußball, Tischtennis, Badminton und Tennis“, zählt er lächelnd auf. Dann jedoch griff der Sport seine Gesundheit an: „Ich hab´s ein bisschen übertrieben“, gesteht der studierte Sozialarbeiter, der nach seinem Studium in Köln 1965 zum Caritasverband nach Münster kam.
Künstlerischer Gedanke
Für Kunst habe er sich schon immer interessiert. „Auf der Suche nach einem neuen Hobby griff ich eben zur Kamera, und seitdem steht für mich beim Fotografieren auch der künstlerische Gedanke im Vordergrund“, betont der Wolbecker. Dabei war und ist er unermüdlich.
Allround-Talent
Der Wolbecker ist ständig unterwegs – wenn nicht mit der Kamera, dann als Juror, bei öffentlichen Bildbesprechungen, oder auch als Leiter von Workshops und Seminaren. Jendrejewski, der von 1977 bis zur Pensionierung 2002 im Landesjugendamt arbeitete, legte sich denn auch bei Motiven nie fest. Egal, ob Landschaften, Porträts, Baumdenkmäler, Sport und Action oder Aktaufnahmen – das Mitglied der Ehrenloge Deutscher Amateurfotografen (ELDAF) kennt keine Grenzen, nimmt sich ein Motiv vor und gestaltet etwas völlig Neues, das unverkennbar seinen ganz persönlichen und unverkennbaren Stempel trägt.
"Baumimpressionen" heißt das Buch, mit dem der Wolbecker Fotograf Ferdinand Jendrejewski Naturdenkmäler vorstellt. Foto: Wolfram Linke
Drei Bücher
Nachzuschauen ist das in drei Büchern Jendrejewskis: In seinen Fotoimpressionen von Wolbeck gelang es ihm perfekt, den Ort und seine Menschen so typisch darzustellen, dass die Bilder den Betrachter mit ihrer einmaligen Atmosphäre unwiderstehbar fesseln. Wie auch seine Baumimpressionen – auf seiner ausgedehnten Fotopirsch fing Jendrejewski, in Kennerkreisen übrigens wegen seiner Bildbeschneidungen nur als „Die Schere“ bekannt, ganz neue und ungewöhnliche Perspektiven ein.
Mittel zum Zweck
Dabei war ihm die Technik immer nur Mittel zum Zweck, auch wenn er heute noch ein wenig seiner Hasselblad nachtrauert. Aber Jendrejewski geht mit der Zeit, vor einem Jahr hat auch bei ihm die Digitalfotografie Einzug gehalten. Und er ist überrascht von der hohen Qualität der digitalen Bilder - die es bei ihm besonders schwer haben, denn Jendrejewski ist ein absoluter Perfektionist.
Fotogruppen
Stets suchte er aber auch den Kontakt zu Gleichgesinnten – er war Gründer des „Minolta-Clubs“ und gehört zu den Fotogruppen „oculus“ sowie „80“ [1]. Der gegenseitige Austausch und zahlreiche gemeinsame Ausstellungen sind wichtige Elemente im Miteinander.
Ausstellungen
Doch er stellt auch allein aus: Zurzeit läuft im Achatiushaus in Wolbeck „Schönheit im Alter“ und in der Westfälischen Klinik Münster werden die „Baumimpressionen“ gezeigt. Vor einer Woche erschien zudem sein drittes Buch, die Glaubensgeschichte St. Nikolaus Wolbeck im 20. Jahrhundert, das er zusammen mit Pfarrer Dr. Siegfried Kleymann herausbrachte.
Spaß am Gestalten
Buch ist da – weiter geht´s: Der preisgekrönte Amateur ist natürlich schon wieder in Sachen Fotografie unterwegs. Aus gutem Grund - die Quelle der Motivation lässt sich bei Ferdinand Jendrejewski ganz einfach auf den Punkt bringen: „Ich hab´ einfach Spaß am Sehen und Gestalten!“
Wolfram Linke
Ferdinand Jendrejewski sucht noch Modelle für seine Porträtfotografie – wer Spaß und Interesse daran hat, kann sich bei ihm unter Tel. (02506) 37 66, oder per Mail: jendre@muenster.de [2] melden.
Sie sind ein ambitionierter münsterscher Amateurfotograf, haben daheim kleine optische Kostbarkeiten liegen und keine Möglichkeit, sie der Öffentlichkeit zu präsentieren? Ungewöhnliche Perspektiven, fantastische Farben, kuriose Situationen, magische Welten, furiose Fotos – wir zeigen sie. Melden Sie sich – wir stellen Sie und ihre Fotos vor. Interessierte können sich per E-Mail unter foto@echo-muenster.de [3] gerne bei uns melden.
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Links:
[1] http://www.fotogruppe80-muenster.de/
[2] mailto:jendre@muenster.de
[3] mailto:foto@echo-muenster.de
[4] http://www.echo-muenster.de/node/21070
[5] http://www.echo-muenster.de/node/18942
[6] http://www.echo-muenster.de/node/16217
[7] http://www.echo-muenster.de/node/13898
[8] http://www.echo-muenster.de/node/9867
[9] http://www.echo-muenster.de/node/8632
[10] http://www.echo-muenster.de/node/7082