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Top-Professor oder Flop-Professor?

Mein Prof

Geteilte Meinungen: Das Forum "MeinProf.de" findet unter Studierenden wie Professoren sowohl Zuspruch, als auch Ablehnung. [Foto: Wolfram Linke]

[03.01.2008 | Münster | WLI]

Nicht nur die Lehrenden an deutschen Schulen müssen sich sei einiger Zeit die Benotung durch die Schülerschaft im Internet gefallen lassen – seit rund zwei Jahren bietet die Plattform www.meinprof.de [1] bundesweit auch den Studierenden die Möglichkeit über Dozenten, Professoren und auch Kurse zu urteilen.

2576 Bewertungen

Mit aktuell 2576 Bewertungen für 401 Dozierende rangiert die Uni Münster derzeit an achter Stelle. Angeführt wird diese Topliste von der Uni Bochum mit 5452 Bewertungen. Als Kriterien dienen Fairness, Unterstützung, Material, Verständlichkeit, Spaß, Interesse sowie Note/ Aufwand.

Nachteile

Studentin Julia nahm „MeinProf.de“ für uns unter die kritische Lupe: „Gut ist, dass man auch die eigene Meinung prüfen kann – hier zeigt sich, ob die Kommilitonen denselben Eindruck haben oder eben nicht“, sucht sie den positiven Aspekt. Für sie überwiegen jedoch eher die Nachteile: „Die Gefahr ist doch sehr groß, dass jemand aus Frust oder Verärgerung absichtlich eine negative Wertung abgibt“.

Merkwürdige Kriterien

Ihr sei die Kategorisierung zudem zu undifferenziert, Julia findet die Kriterien merkwürdig: „Wieso soll Spaß denn eine Rolle spielen“, fragt sie sich – ein Dozent solle doch kein Spaßmacher sein und nicht als Clown auftreten: „Ich will etwas lernen und nicht zum Vergnügen unterhalten werden“, stellt die Studentin klar.

Evaluierungsbogen

Zudem stelle sich die Frage nach der Notwendigkeit: In „ihrer“ Uni in Osnabrück beispielsweise werde in jedem Semester ein Evaluierungsbogen herumgereicht, in dem gezielt die Qualität der Unterrichts und der Lehrenden abgefragt werde.

"Kategorisierung ist Quatsch"

Ähnlicher Meinung ist auch die Studentin Annika: „Die regelmäßige Evaluierung ist auch in Münster wesentlich differenzierter“, stellt sie fest. Für sie ist „MeinProf.de“ nur „eine nette Spielerei“, die – wenn überhaupt – höchstens die Beliebtheit eines Professors zeige. Die Kategorisierung halte sie schlichtweg für „Quatsch“.

Service für Studierende

Die Initiatoren von „MeinProf.de“, fünf Studenten der TU Berlin, starteten im November 2005 mit der Intention, einen Service für Studierende zu bieten, die sich vor der Zusammenstellung ihrer Kurse informieren möchten. Weiterhin, so die Initiatoren, erhalten Dozenten Feedback zu ihren Veranstaltungen.

Top und Flop

Neben der alphabetischen Auflistung der Dozenten gibt es auch eine Aufteilung in Top- und Flop-Professoren. Ähnlich wie spickmich.de landete auch MeinProf.de bereits vor dem Landgericht: Dabei ging es um beleidigende Äußerungen von Studierenden gegen einen Professor („Psychopath“, „Echt das Letzte“), die die Forumsbetreiber erst nach Kenntnisnahme löschten und im Gegenzug eine Unterlassungserklärung verweigerten – in Berlin wurde den Forumsbetreibern dann in zweiter Instanz Recht gegeben.

Unterschiedliche Meinungen

Bundesweit wird das Forum recht unterschiedlich bewertet – teils wird es sowohl von Studierenden, als auch von Professoren ausdrücklich begrüßt. Ein kleiner Überblick über die unterschiedlichen Meinungen dazu bietet der forumseigene Blog.

Nase vorn

Über 250 000 Bewertungen wurden bislang abgegeben – daraus ermittelte das Forum eine Top-Ten-Liste der Hochschulen: Die Fachhochschulen haben hierbei unbestritten die Nase vorn: Aschaffenburg, Koblenz und Landshut erhielten die höchsten Wertungen. Mittlerweile hat „MeinProf.de“ zudem in der Schweiz und in Österreich Einzug gehalten. Wolfram Linke

MeinProf.de [2]

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