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Rainer Bode

"Mehr direkte Demokratie" - eine Forderung, die von den Grünen um Spitzenkandidat Gerhard Joksch seit dem vergangenen Freitag mit Blick auf den im April 2008 erfolgreichen Bürgerentscheid gegen die Musikhalle massiv propagiert wird. Doch sie haben sich dafür von Ex-Mitglied Rüdiger Sagel, inzwischen bei den Linken eingetreten, deftige Schelte eingehandelt.

Überall, landauf landab, beklagt man politisches Desinteresse. Das Gegenmittel, so heißt es stets, sei Bürgernähe, das Recht auf Mitsprache für den Einzelnen. „Mehr direkte Demokratie in Münster“ lautet daher der Leitspruch jener Kampagne, mit der Münsters Grüne zu mehr Mitbestimmung aufrufen.

Ein heiß umstrittenes Quartier, tausend Fragen und mindestens genauso viele Ideen: „Münsters Hafen und was nun (tun)? Welche Planungskultur braucht die Stadt?“. Unter diesem Motto diskutierten am Dienstag Anwohner und Besucher, Architekten, Planer und etliche Interessierte im Jovel. Eine Gesprächsrunde von Debatte e.V., moderiert von Gastgeber Rainer Bode.

Kommt die Meyer-Werft nach Münster? Monopoly am Hafenbecken? Kollektive Arbeits- und Party-Meile? Visionäre für das Quartier am Kanalufer dringend gesucht.

Fünf Tage nach dem erfolgreichen Bürgerentscheid: Gotwin Elges, Vorständler in der Initiativgruppe gegen eine städtische Mitfinanzierung der Musikhalle, brauchte für sein Abschluss-Statement nicht lange zu überlegen: „Die Demokratie, sie hat gesiegt.“

Punkt 18.15 Uhr: Freundlicher Applaus, unterbrochen von lautem Hundegebell. Der Beifall des Publikums gebührt jenen 750 Wahlhelfern, die an diesem frühlingshaften Sonntag Dienst in offizieller Mission schieben. Ab jetzt wird in der vollbesetzten Rathaus-Halle quasi im Fünf-Minuten-Takt geklatscht – immer, wenn gesicherte Zahlen aus den Abstimmungsbezirken eintrudeln.

Noch am Morgen hatten die Musikhallengegner eine herbe Niederlage einstecken müssen: Nach einer Podiumsdiskussion zwischen Rainer Bode und Musikhallenbefürworter Markus Müller in einer Realschule in Hiltrup sprachen sich gut 84 Prozent der Schüler bei einer Probeabstimmung für die Musikhalle aus.

„Ja“ ankreuzen, um sich beim Bürgerentscheid gegen eine kommunale Mitfinanzierung des auf dem Hindenburgplatz geplanten Kultur- und Kongress-Zentrums zu entscheiden: Wer diesen Gedanken-Dreher bis zum Stichtag 27. April geregelt bekommt, der hat nach Ansicht von Rainer Bode, dem Initiativgruppen-Sprecher, alles richtig gemacht.
Was Hery Klas da im Veranstaltungsteil von echo-muenster entdeckte, brachte den Grünen-Fraktionssprecher ordentlich in Harnisch. CDU, SPD und FDP, so las er,werden am 8.April im Forum der Wartburg-Grundschule am Toppheideweg eine Werbeveranstaltung "Pro Musikhalle" mit dem Referenten Markus Müller abhalten.
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