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Kultur- und Kongresshalle

Die Kultur- und Kongresshalle gibt’s nicht, die Wohltätigkeitsveranstaltung aber schon! Obwohl sich die Münsteraner beim Plebiszit Ende April gegen den Bau der Musenstätte aussprachen, welche ursprünglich durch das Konzert der Bundeswehr-Bigband unterstützt werden sollte, findet am Freitag, 8. August, das Gastspiel trotzdem statt.
Soviel steht für Lisa Fiege fest: Für die komplett private Finanzierung einer Kultur- und Kongresshalle wird sich die Stiftung Musikhalle nicht einsetzen. Das erklärte die Vorsitzende des Stiftungsrates im Nachgang zum Bürgerentscheid vom Wochenende.

Die ansonsten sybellinische Reaktion der Landesregierung auf das Aus für die Musikhalle war nur in einem Punkt deutlich. „Die Bürger Münsters haben kurzsichtig gehandelt“, kanzelt Staatssekretär für Kultur Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff von Düsseldorf aus die gut 70.000 Gegner des Projektes in Münster ab.
Wortkarg

„Im Vorfeld ist von der Stiftung einiges falsch angegangen worden.“ Am Tag nach dem Bürgerentscheid zur Kultur- und Kongresshalle nimmt Großförderer Reinhard Horstmann gegenüber echo-muenster kein Blatt vor den Mund.

Dicke Luft in der Bürgerhalle. Der Sauerstoff wurde knapp für Gegner wie Befürworter der Kultur- und Kongresshalle. Je nach Gefühlslage störte es die einem mehr, die anderen weniger. Mit jedem Zwischenergebnis brachen sich die Emotionen Bahn, denn schon bei den ersten Zwischenergebnissen war klar: Die Halle kommt nicht.

Punkt 18.15 Uhr: Freundlicher Applaus, unterbrochen von lautem Hundegebell. Der Beifall des Publikums gebührt jenen 750 Wahlhelfern, die an diesem frühlingshaften Sonntag Dienst in offizieller Mission schieben. Ab jetzt wird in der vollbesetzten Rathaus-Halle quasi im Fünf-Minuten-Takt geklatscht – immer, wenn gesicherte Zahlen aus den Abstimmungsbezirken eintrudeln.

„Wir sind schon stolz darauf, einen solchen Diskussionsprozess angestoßen zu haben“. Rainer Bode und seine Mitstreiter aus der Bürgerinitiative gegen die städtische Finanzierung der Kultur- und Kongresshalle ziehen ansonsten eine durchwachsene Bilanz des „Wahlkampfs“: „Uns hat die Bereitschaft der Befürworter zu einer kontroversen Auseinandersetzung gefehlt“.
Fast 23 000 Münsteraner haben in den vergangenen beiden Wochen bereits ihre Abstimmungsunterlagen für den Bürgerentscheid zur Kultur- und Kongresshalle am 27. April angefordert.
Die SPD-Ratsfraktion hat sich festgelegt: Wenn die Kultur- und Kongresshalle kommt, soll sie ihren Standort im nördlichen Bereich des Hindenburgplatzes finden - gegenüber dem Deutsch-Niederländischen Korps.

Ein weiterer millionenschwerer Rückenwind beflügelt seit heute auch offiziell die Befürworter der Kultur-und Kongresshalle.
Archiv
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