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Arcandor
In so viele strahlende Gesichter haben Thomas du Buy und Andreas Herrenbrück schon lange nicht mehr geblickt. Heute morgen informierten der Karstadt-Geschäftsführer Münster und sein Pendant bei Karstadt sports im Kiffe-Pavillon die Belegschaft darüber, dass das Sporthaus des Konzerns definitiv im Herbst sein neues Haus in der Stubengasse eröffnen wird.
Nach der Achterbahnfahrt im den vergangenen Monaten haben sich die Wellen bei Karstadt wieder geglättet: Nachdem am 9. Juni die Insolvenz des Mutterkonzerns Arcandor offiziell bestätigt worden ist, hat sich in der münsterschen Karstadt-Filiale nicht viel getan, der Alltag ist wieder eingekehrt.
Nachdem am Freitag bekannt wurde, dass die Staatsanwaltschaft nun offiziell gegen den Ex-Bertelsmann- und -Arcandor-Chef ermittelt, forderte der AStA der Universität Münster Thomas Middelhoff auf, von seinem Amt als Hochschulrat der WWU zurückzutreten.
Die Grünen kritisieren die Insolvenz von Arcandor - einer der größten ihrer Art in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Offenbar seien die Beiträge von Eigentümern und Gläubigerbanken "weniger substanziell" gewesen als wohl öffentlich angekündigt.
Nach der heutigen Insolvenz werden die Forderung nach öffentlichen Hilfen für die Beschäftigten von Karstadt und Quelle vom Landtagsabgeordneten Rüdiger Sagel (Die Linke) massiv unterstützt.
„Nicht nur in Münster müssen als Schutzschirm für die Beschäftigten solche Hilfen mit klaren Bedingungen verbunden werden."

Mit „gefasster Betroffenheit“, so Betriebsratsvorsitzender Peter Frohwerk, hat die Belegschaft von Karstadt soeben die Nachricht vom eingeleiteten Insolvenzverfahren gehört.

Der Verhandlungsmarathon ist beendet, Arcandor hat heute Mittag beim Amtsgericht Essen den Insolvenzantrag auch für drei Tochterunternehmen wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Darunter Karstadt. Es gibt viele, die sagen: Endlich. Endlich eine Entscheidung.

Heute Morgen kurz vor Ladenöffnung. Vor der Tür vor Karstadt warten schon einige Kunden. Sie diskutieren über die Zukunft des Kaufhauses, das stündlich immer enger mit dem Rücken an die Wand gefahren wird.

Die Karstadt-Mitarbeiter haben es nicht leicht in diesen Wochen. Die ständigen Negativ-Schlagzeilen machen mürbe.
Es geht um eine Kreditlinie von 650 Millionen Euro, um die der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor in diesen Wochen kämpfen muss: Ende Juni soll sie auslaufen – was Geschäftsleitung wie Einzelfilialen zu verhindern suchen. Auch in Münster rüstet man sich zum Kampf – mit viel Optimismus und dem festen Glauben an ein erfolgreiches Konzept.
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