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Audimax

Eine erste erfreuliche Folge des Bologna-Tages: Universitäts-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles hat ihre am 5. November gestellten Strafanträge wegen der Besetzung des Hörsaals Audimax in der Johannisstraße zurückgezogen.

Michael Dunker, Fachschaftenreferent des AStA der Uni Münster, hat in der heutigen Senatssitzung Rektorin Ursula Nelles 6388 Unterschriften übergeben.

Franziska Drohsel, die Juso-Bundesvorsitzende, und Veith Lemmen, Landeskoordinator der Juso-HSGen in Nordrhein-Westfalen, haben jetzt einen Offenen Brief an Prof. Dr. Ursula Nelles, Rektorin der Universität Münster, gerichtet. Beide bitten darum, von einer Räumung des Hörsaals F1 im Fürstenberghaus abzusehen.
Nachstehend veröffentlichen wir das Schreiben im Wortlaut:

„Es ist unsere Uni, deshalb brauchen wir uns für die Nutzung von Räumen für Diskussionen nicht zu rechtfertigen“, erklärt Aktivist Christian Dickehut heute vor der Presse das Vorgehen der Audimax-Besetzer in den vergangenen Tagen.

"Uni-Aneignung" hieß es zum Wochenanfang im Internet vielsagend. Als Treffpunkt für etwaige Teilnehmer war zuvor der Domplatz genannt worden. Doch mehr als fünfzehn bis zwanzig Studierende hatten sich dort nicht eingefunden. Aufgeteilt in mehrere Grüppchen, standen sie auf dem Gelände, diskutierten über die jüngsten Ereignisse an der Uni.

Übers Netz war der Termin kommuniziert worden: Freitag, 18 Uhr, AStA-Büro. Der Treffpunkt. Doch anfangs versammelt sich an der erwähnten Stelle nur das übliche Häuflein Unentwegter, rund zwanzig Studierende vielleicht. Bevorzugtes Thema unter den Anwesenden: der Polizeieinsatz im Audimax.

Die Besetzung im Audimax ist beendet. Um 6 Uhr früh rückte die Polizei, nach Auskunft ihres Sprechers Klaus Laackman mit "entsprechendem Aufgebot" vor Ort vertreten, im Hörsaal an. Der Aufforderung, ihn unverzüglich zu räumen, kamen die 53 Studierenden laut Laackman "sehr ruhig, sehr diszipliniert" nach.

Der DGB-Kreisverband Münster zeigt Solidarität mit den Besetzern im Audimax der Universität - und stellt sich hinter die Forderungen der Aktivisten.

„Besetzt“- das ist die klare Aussage im Eingangsbereiches des Audimax. Irritation und Fragezeichen stehen auf den Gesichtern der Schüler, die sich eigentlich eine Infoveranstaltung im Rahmen des Hochschultages anhören wollen und jetzt mitten in den Protest der Studierenden geraten sind.

Der Audimax bleibt weiter besetzt, eine Räumung fand bislang nicht statt. Und weil die Aktivisten wissen, dass sie kurz vor Beginn des Hochschultages unter öffentlicher Beobachtung stehen, packten sie am Morgen mit an und halfen den Reinigungskräften, die Räumlichkeiten zu säubern.
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