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Gerhard Joksch

Am Morgen nach der Ratssitzung: Da schien die Empörung der CDU über die von den Grünen am Mittwochabend kurzfristig veränderte Tagesordnung - auf Antrag von Hery Klas waren Verfahrensfragen zum Ausstieg beim Kohlekraftwerk in Hamm erörtert worden - noch längst nicht verraucht zu sein.

„Ein neues Südbad ist das Ziel“, so der Titel eines gemeinsamen Antrages, den Münsters Sechs-Parteien-Bündnis jetzt dem Rat vorlegen will. In einer so genannten Machbarkeitsstudie soll die Verwaltung noch in diesem Jahr Vorschläge für die Nutzung sowie ein Technik- und Betriebskonzept erarbeiten. Verschiedene Finanzierungsmodelle sollen ebenfalls geprüft werden.

Mit dem Ziel, die hiesigen Stadtwerke in Sachen Klimaschutz zu profilieren, fordern Münsters Grüne, SPD, Linke, UWG, ÖDP und die Piratenpartei den Ausstieg aus der Kohleverstromung im Kraftwerk Hamm. Ein entsprechender Antrag, der am 3. Februar dem Rat vorgelegt werden soll, berücksichtigt neben ökologischen auch soziale und wirtschaftliche Beweggründe.
Der Schnee hält die Münsteraner weiterhin auf Trab: Das Hauptaugenmerk liegt in diesen Tagen auf dem Winterdienst der Abfallwirtschaftsbetriebe (AWM). Auch GAL-Ratsherr Gerhard Joksch meldet sich jetzt zu Wort: Für die nächste Sitzung des Werksausschusses für die AWM will er einen Bericht über die aktuelle Winterwartung der öffentlichen Straßen auf die Tagesordnung setzen.

Oberbürgermeister Markus Lewe konnte nahezu einen Punkt nach dem anderen abhaken, ohne dass die Ratsmitglieder eine detailliertere Aussprache wünschten: „Da soll noch mal einer sagen“, bemerkte der OB zwischendurch ganz erleichtert, „wir würden nicht einmütig entscheiden.“
Das Problem ist bekannt: Münster erstickt derweil unter der Masse seiner Fahrräder, vor allem am Hauptbahnhof stehen die Leezen dicht an dicht. Die Grünen wollen das nicht länger mit ansehen – und fordern Stadt und Bahn zum Handeln auf.

Am Tag vier nach der Kommunalwahl: „Schwarz-Gelb ist weg – und stellt im Rat keine Macht mehr dar“: Es war jener Satz im Statement des Spitzenkandidaten Gerhard Joksch, der am Abend, zu Beginn der grünen Mitgliederversammlung, am meisten beklatscht wurde.

Am Tag nach dem Polit-Thriller: Am Ende eines spannenden Kopf-an-Kopf-Rennens um das Oberbürgermeisteramt musste Wolfgang Heuer (SPD) dem Kontrahenten Markus Lewe (CDU) letztlich den Vortritt lassen. Doch der knapp verfehlte Einzug ins Rathaus konnte seinen politischen Visionen nichts anhaben.

Was hat in diesem Wahlkampf gut funktioniert, was könnte man im nächsten möglicherweise besser machen – Münsters Grüne ziehen kurz vor dem Urnengang am kommenden Sonntag Bilanz der zurückliegenden Wochen.

Münster rühmt sich, Klimahauptstadt zu sein. Aber: "Ohne Verkehrswende, Energiewende und politische Wende aber ist dieser ruhmreiche Titel bald Geschichte", meinen die Grünen. „Keine Kohle für Kohle“ hieß es demgemäß auf der Podiumsdiskussion am Dienstagabend mit der Bundestagsabgeordneten Bärbel Höhn als Ehrengast.
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